| « Opferprofil |
Täterprofil
Täter zeigen häufig ein sehr impulsives Verhalten. (geringe Selbstkontrolle.)Die aggressive Durchsetzung ihrer eigenen Ziele steht im Vordergrund. Die Ausübung von Macht wird dabei oft als lustvoll empfunden und ist das wichtigste Verhaltensmotiv.
Mobber können potenzielle Schwächen beim Opfer leicht erkennen, zeigen jedoch wenig Empathie mit
ihm.
Fortsetzung:
- Sie sind sich ihrer eigenen »Stärke« bewusst. Tatsächlich sind sie körperlich im Mittel kräftiger als der Durchschnitt
- Sie geben häufig an, dass sie das Opfer mit seinem Verhalten provoziert habe.
- Sie haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl (ein Merkmal, das auch Opfer besitzen!).
- Ihr Repertoire an Konfliktlösungsstrategien ist eingeschränkt und unangemessen.
- Durch das Mobbing können Täter auch einen instrumentellen Gewinn haben (z.B. Geld, Sachgegenstände).
- In späteren Jahren haben sie eine deutlich höhere Gefährdung für sozialfeindliches, kriminelles Verhalten und Alkoholismus.
Quelle: (Olweus 2002, S. 65)
Ursachen für Täterverhalten
Im Elternhaus fehlt es an liebevoller Wärme und an Anteilnahme am Leben des Kindes. Machtbetonte Erziehungsmethoden sowie körperliche Gewalt durch die Eltern geben Täter häufig an das Opfer weiter.
Die Beobachtung von Gewalt zwischen den Eltern erhöht die Gewaltbereitschaft bei Kindern. Dieser Faktor kommt in Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund häufiger vor als in deutschstämmigen Familien.
Weitere Punkte:
- »übertolerantes« Verhalten durch die Eltern
- Fehlinterpretationen von eindeutig gewalttätigem Verhalten (z.B. »Jungs müssen auch mal austeilen dürfen«).
- Aggressive Vorbilder, wenn sie positiv bewertet werden (die Bedeutung des Lehrerverhaltens für das Vorbildlernen ). Dies kann als »soziale Ansteckung« zum passiven Gewalttäter bzw. Mitläufer führen.
Gewalttätige Medien bewirken erwiesenermaßen vermindertes Mitleid mit dem Opfer, sind als Auslöser jedoch nicht eindeutig zu benennen
Konkrete Einflussfaktoren
Psychische Gewaltformen im Erziehungsumfeld ( Schule, Elternhaus )
- Alleinlassen in der Wohnung
- Anbinden oder Fesseln an Möbelstücken oder Heizkörpern
- Einsperren
- Töten eines geliebten Haustieres
- Ständige Beschimpfungen und Herabsetzungen
- Nicht mit dem Kinde sprechen, es nicht mit am Tisch essen lassen
- Miterlebenlassen ständiger Auseinandersetzungen zwischen den Eltern
- Miterlebenlassen der Trunksucht eines Elternteils
- Angstmachen
- Überfordern
- Ablehnen
- Das Selbstbewusstsein der Kinder beeinträchtigen
- Demütigen
- Liebesentzug
- Überbehütung
- Isolierung
- Emotionale Ausbeutung
Körperliche Gewaltformen, die in der Familie erfahren werden.
- Schlagen mit der Hand oder mit Gegenständen, stumpfe Schläge
- Kneifen, Kratzen, an den Haaren reißen
- Treten, Würgen, Drosseln
- Gewaltsames Füttern
- Verbrennungen mit Zigaretten oder durch Pressen gegen Heizungen oder Ofenplatten
- Verbrühungen
- Fesseln
- Schütteln
- Brechen von Rippenknochen
- Verrenkungen
- Vergiften
- Hungern oder Dursten lassen
- Erbrochenes oder Kot essen lassen
Quelle: Bericht der Enquete Kommission: Kinder in Baden Württemberg S 127 ff (20MB/>600Seiten!!) Fundstelle: www.parlamentsspiegel.de DR 11/3919
Handlungskonsequenzen
- Klare Grenzen setzen und auf Grenzverletzungen angemessen reagieren
- Konfliktlösung ohne auf Macht beruhende Gewaltausübung ( Fortsetzung des elterlichen Erziehungsstils-> wirkungslos)
- Keine persönlichen Verletzungen