« Es gibt kein Mobbing!Provozierende Opfer »

Schülerfragen an Mobbingleaks

25.02.12

Schülerfragen an Mobbingleaks

Permalink 09:09:, von admin E-Mail , 782 Wörter   German (DE) latin1
Kategorien: Sekundarstufe I, Primarstufe, Sekundarstufe II

 

1. Haben sie Erfahrungen damit gemacht, dass sich Schüler durch die Methoden des No-Blame-Approaches bloßgestellt gefühlt haben?

Nein, das verhindert schon das ganze Konzept, also keine Bloßstellung.

2. Wo entstehen bei der Übertragung der Verantwortung auf die Schüler, ohne Schuldzuweisungen, Probleme? (no-blame-approach)

Folgende Effekte:

a) Es gibt c.a. 3% absolut resistente Schüler. Da hilft auch kein No Blame. Letztlich wird die Schule sich von solchen Schülern trennen müssen.

b) Die Wirkdauer ist unterschiedlich. Bei manchen reicht 1 Mal und bei anderen muss No Blame wiederholt werden. Bei zu häufiger Wiederholung greift auch No Blame nicht mehr.

Die Maßnahme muss immer in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Wenn sonst in der Klasse, an der Schule nichts verändert wird, wird No Blame längerfristig gesehen auch nicht mehr helfen. Mobbing ist ein gruppendynamischer Prozess an dem weit mehr beteiligt ist als Täter Opfer und ein paar Schüler.

3. Was ist der Vorteil von entwicklungsorientierten Präventionsmaßnahmen?

...

Grundsätzlich ist Prävention vonnöten und ein permanenter Prozess. In jeder Klasse gehört daran gearbeitet. Die typischen Schule- Reaktionen: "Heute machen wir einen Anti-Mobbing-Tag" oder eine Projektwoche zu Mobbing ist zwar sehr beliebt, sicher auch pressewirksam und bringt aber nur Eines: Wenn man es dabei belässt (die Lehrer haben ja was getan) wird sich nach kurzer Zeit Mobbing verstärkt und raffinierter einstellen!

Prävention bedeutet mehr. Die Schule achtet darauf, dass die Schlüsselqualifikation z.B. der UNESCO vermittelt werden:

Die Schüler erwerben die Fähigkeit

  • zu Lebenslangem Lernen
  • Theorie und Praxis zu verknüpfen
  • zu Planen
  • zur Zusammenarbeit und Kommunikation
  • Konflikte vernünftig (prosozial) auszutragen
  • Eigene Interessen zu vertreten
  • Mitverantwortung zu übernehmen
  • Symbole und unausgesprochene Hinweise zu verstehen
  • sich Ziele zu setzen
  • zu Ausdauer und Konzentrationsvermögen
  • zu Genauigkeit und Kreativität

(vgl. UNESCO)

4. Ist die Durchführung durch den Klassenlehrer sinnvoller als die einer ausgebildeten Fachkraft?

Eine ausgebildete Fachkraft ist immer besser. Wenn der KL allerdings zum Präventionslehrer ausgebildet ist, dann ist er vorzuziehen.

5. Warum ist es wichtig die Eltern mit in Anti-Mobbing-Programme einzubeziehen? In welchem Ausmaß sollte dies geschehen? Bergen sich eventuelle Vorteile bei Vernachlässigung der Einbeziehung von Eltern?

Wir haben an Gymnasien mit 800-1000 Schülern im Rahmen eines Pädagogischen Tages Workshops und Elternabende angeboten. Gerade mal 40 zeigten Interesse !!!!

Wenn in einer Klasse Mobbing vorkommt, dann ist sehr sinnvoll dazu einen Elternabend zu machen, da kommen mehr. Weitere Elterneinbindung bei der Festlegung verbindlicher Regeln usw.

Siehe dazu: http://mobbing-in-schulen.de/pages/pE4dagogische-konzepte/olweus-interventionskonzept.php

6. Haben sie Erfahrungen mit dem Proramm "fairplayer" gemacht? Wie wirksam schätzen sie es ein?

Keine Erfahrungen zu fairplayer. Ich kenne die Arbeiten von Scheithauer, die sind sehr gut. Es ist ein tolles abgerundetes Programm!

7. Wie sinnvoll sind z.B. Rollenspiele etc. für die Nachhaltigkeit? Welche anderen Methoden werden angewendet um die Nachhaltigkeit zu sichern?

Ich habe da so meine Zweifel mit den Rollenspielen. Die Schüler lernen dabei alles zu Mobbing, auch das was sie noch nicht wussten. Es ist häufig vorgekommen, dass die "neuen Methoden" ausprobiert wurden. Also muss darauf geachtet werden, dass bei Rollenspielen z.B. Sozialkompetenz vermittelt wird.

Nachhaltigkeit erreiche ich durch authentische Lehrer, denen es gelingt zu den Schülern eine Beziehung herzustellen. Der Umgang innerhalb der Klasse ist geprägt von Wertschätzung, Respekt und Rücksichtnahme allen gegenüber. Es gibt ein WIR Gefühl in der Klasse, es wird keine Disziplinierung über Noten oder Leistungsdruck ausgeübt. Der Unterricht ist spannend und schülergesteuert (projekthaft).

Mehr dazu hier: http://mobbing-in-schulen.de/pages/schulkonzept.php

8. Ist eine Ansprache der Jugendlichen über ihre Sprache ( Musik, Mode, Medien) sinnvoll um sie für ein Projekt zu motivieren?

Jugendsprache muss von Jugendlichen kommen. Es hat immer einen Beigeschmack, wenn Erwachsene bzw. Lehrer diese Sprache sprechen(nachahmen) oder sich entsprechend kleiden. Wie kann man die Jugendlichen ansonsten noch zu mehr Motivation an Anti-Mobbing-Programmen (Prävention) bringen und sie dazu bringen das Programm zu akzeptieren und es ernst zu nehmen? Meiner Ansicht nach liegt man falsch, wenn man gezielt ein Anti-Mobbing-Programm durchführen möchte. Je nach Programm lehnen Täter und Opfer es ab. Mobbing ist ein systemisches Problem. Es liegt am System (Schule) ob Mobbing entsteht oder nicht.

Nur weil Mobbing in aller Munde ist, ist es noch lange nicht richtig so ein Programm durchzuziehen. Das System Schule begünstigt in hohem Maße, dass Mobbing entsteht. Desweiteren spielen mediale Einflüsse eine große Rolle. Lehrer und Eltern sind häufig mit der Erziehung überfordert. Unser Schulsystem lebt ja Macht, Gewalt, Willkür vor, mit denen man sein Ziel UNGESTRAFT erreichen kann. Das hat Vorbildfunktion. Jedes Schulgesetz enthält einen "Strafenparagrafen" (Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen) Das Ziel muss sein, dass Mobbing erst gar nicht entsteht. Darüber ist nachzudenken und nicht über die Motivation.

Es gibt Schulen, die kennen das Phänomen Mobbing so gut wie nicht. Es wäre gut, sich deren Leitbild, Schulkonzept, Philosophie anzuschauen.

9. Haben sie bei einem der Programme (No-Blame-Approach, fairplayer, Lions-Quest) besondere Erfahrungen gemacht? Welches der Programme schätzen sie selber als sehr wirksam ein und warum?

Die Frage ist redundant. Mehr dazu hier: http://www.mobbingleaks.de/blog3.php?paged=2 ( Evaluationsbericht)

 

Mobbingberatung
Schueler-Mobbing

Mobbingleaks ist ein Blog mit authentischen Mobbing Fällen. Lösungen bei Mobbing werden aufgezeigt.


Mobbingirrtümer


Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit Mobbing an Schulen und zeigt die Irrtümer im Denken und Handeln bei der Mobbingintervention auf. Er erklärt, wie sich die verschiedenen Maßnahmen auswirken und zeigt auf, .......

 

Befragt wurden über 3000 Mobbingopfer. Geantwortet haben 8% Lehrer, 25% Eltern, 11% Schüler, 54% ehem. Schüler.

Vorschau zu diesem Ratgeber

Mobbingirrtümer ... deswegen geht es weiter

können Sie als als Ebook erwerben und downloaden.

 

       Folgen Sie uns auf Facebook 

Suche

open source blog software